KOOPAWARD - PRESSETEXT


29/04/2016

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Titel

KOOPAWARD – Die Baubranche fördert besonders kooperative Projekte

Untertitel

Anlässlich des 2. BAUKONGRESSES am 28./29. April 2016 wurde im Vienna International Center heuer erstmals der KOOP AWARD für kooperative Projektabwicklung an zwei Teams aus den Bereichen „Hochbau“ und „Infrastruktur“ vergeben. Der von der Österreichischen Bautechnikvereinigung (öbv) ausgelobte Preis soll bei der durch Konflikte gefährdeten Zusammenarbeit im Bausektor ein Umdenken anstoßen.

Text

Wesentliches in Kürze:

  • Die Bauvorhaben „Das Hamerling“ und „Hauptbahnhof Wien“ gewinnen die beiden ersten KOOP AWARDs Österreichs.
  • Der KOOP AWARD wird ab jetzt regelmäßig anlässlich des BAUKONGRESSES 2016 in den Kategorien „Infrastruktur“ und „Hochbau“ an Teams aus Auftraggeber, Auftragnehmer, Planer und örtlicher Bauaufsicht für die am kooperativsten abgewickelten Bauprojekte Österreichs vergeben.
  • Ziel der Österreichischen Bautechnik Vereinigung (öbv) ist es, kooperative Projektabwicklung auf österreichischen Baustellen zu fördern und zu standardisieren.

Mehr Mit- und weniger Gegeneinander, mehr direkte Kommunikation, weniger Anwaltspost: So lässt sich die Intention des KOOP AWARD und des öbv-Merkblatts, das die Basis für seine Verleihung ist, auf den Punkt bringen. Denn egal ob ein Großprojekt ausgeschrieben ist oder private Bauvorhaben umgesetzt werden, am Bau wird viel gestritten. Das liegt an der hohen Komplexität, den vielen Beteiligten und den immer höheren technischen Anforderungen an moderne Bauwerke. Aber auch am Kostendruck und der großen Konkurrenz im Bausektor.

Zeichen für mehr Miteinander

In ihrem Zusammenspiel haben diese Faktoren dazu geführt, dass vor allem Großprojekte kaum noch ohne Rechtsstreitigkeiten unter den beteiligten Firmen, Planern und Bauherren auskommen. „Mit dem KOOP AWARD wollen wir nun ein Zeichen setzen, wie es mit mehr Kooperation sowohl besser als auch ökonomischer geht“, erklärte der Geschäftsführer der Österreichischen Bautechnik Vereinigung (öbv) Michael Pauser anlässlich der Verleihung an die beiden Siegerprojekte „Hauptbahnhof Wien“ und „Das Hamerling“ beim diesjährigen BAUKONGRESS vor rund 2.000 Gästen.

Merkblatt für jede Baustelle

Deshalb hat Österreichs wichtigster, unabhängiger Vereinigung für bauspezifisches Praxiswissen ein Merkblatt entwickelt, das wesentliche Kriterien und Anleitungen für gute und kooperative Zusammenarbeit bei großen Bauvorhaben zusammenfasst. Dieses bereits im vergangenen Mai erschienene Werk, das man auch von der Webseite www.bautechnik.pro herunterladen kann, bildete nun die Grundlage für die Entscheidung der Jury. Neben einigen Best Practices zeigten vor allem zwei Projekte, wie die theoretischen Vorgaben in der Praxis mit Leben gefüllt werden können.

Die Siegerprojekte

Im Rahmen des Projekts „das Hamerling“ entstanden aus dem ehemaligen Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen auf einer Grundfläche von rund 5.000 m² eine Wohnanlage im 8. Wiener Gemeindebezirk, die heute auf ca. 20.000 m2 Nutzfläche luxuriöse Wohnungen und eine Seniorenresidenz mit betreuten Wohneinheiten beherbergt. Die KOOP-Jury überzeugte bei diesem Bauvorhaben in der Award-Kategorie „ Hochbau“ vor allem, dass die Vertreter von Bauherren, ausführenden Firmen, Planern und örtlicher Bauaufsicht mit den so genannten Partnerschaftssitzungen ein Instrumentarium fanden, mit dem sie in persönlichen Gesprächen gemeinschaftlich über Sonderwünsche, Leistungsänderungen und Zeitvorgaben entscheiden konnten. Als sehr förderlich für die erfolgreiche Zusammenarbeit habe sich außerdem erwiesen, dass die Budgetierung in gemeinsam geführten Budgetlisten erfolgte und Kostenschätzungen und Risikoanalysen partnerschaftlich gemacht wurden, erläuterten Roman Gipfl von der ARGE Hamerling und Planer Alfred Paul nach der Verleihung stellvertretend für das ganze Team in einem Kurzvortrag.

Herausforderung Hauptbahnhof Wien

Der neue Hauptbahnhof Wien war mit 109 ha Fläche in den letzten Jahren die größte und komplexeste Baustelle Österreichs. Hunderte Firmen mussten koordiniert und ein straffer Zeitplan eingehalten werden. Mit dem KOOP AWARD in der Kategorie „Infrastruktur“ honorierte die Jury nun, dass es dabei im Projektteam aus Auftraggeber, ausführenden Firmen, Planern und Bauaufsicht sehr gemeinschaftlich zuging. Entscheidungswege wurden transparent offen gelegt und Entscheidungen nachvollziehbar und zeitgerecht getroffen. Auch hier gab es außerdem Partnerschaftssitzungen und eine sehr konstruktive Fehlerkultur, die dazu führte, dass Fehlentwicklungen früh erkannt wurden und gemeinsam Maßnahmen zur Verbesserung ausgearbeitet werden konnten. „Ich bin sicher, dass die kooperative Projektabwicklung im Falle des Großprojekts Hauptbahnhof Wien einen wesentlichen Anteil daran hatte, dass das Projekt zeitgerecht fertig gestellt wurde“, unterstrich Judith Engel als Vertreterin des Auftraggebers ÖBB-Infrastruktur AG in einem gemeinsamen Kurzvortrag mit Wolfgang Dittrich von der ARGE HBF Wien für wie wichtig auch sie einen standardisierten Kooperationsansatz auf Großbaustellen hält.

Der Auslober

Die Österreichische Bautechnik Vereinigung (öbv) zählt die maßgebende Bauherrenschaft, die gesamte Bauindustrie, Ingenieurbüros, Universitäten und Fachhochschulen sowie namhafte Produkthersteller zu ihren 200 Mitgliedsfirmen. Die Primäraufgabe der Vereinigung ist das gemeinsame Erarbeiten des Letztstandes der Beton- und Bautechnik durch Vertreter der Mitgliedsfirmen. Dazu werden zu den Fachthemen Arbeitskreise gebildet, die die fachlichen Inhalte für öbv-Richtlinien erstellen. Den so erarbeiteten Wissensstand gibt die öbv in Fortbildungsveranstaltungen, Fachseminaren und Kongressen an die Mitarbeiter der Mitgliedsbetriebe weiter. Die Österreichische Bautechnik Vereinigung (öbv) bezweckt die Förderung aller Bestrebungen auf den Gebieten Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Information im Betonbau und der Bautechnik.

Bilder

Preisverleihung

Bild 1: KOOP-Preisverleihung im Rahmen des BAUKONGRESSES 2016
Bildunterschrift: Während des mit knapp 2.000 Teilnehmern besuchten BAUKONGRESSES 2016 wurde der KOOP an die kooperativsten Projektteams im Hochbau und in der Infrastruktur erstmals vergeben.

Siegerbild Hamerling

Bild 2: Siegerteam „Das Hamerling“
Bildunterschrift: Das Siegerteam des Hochbauprojekts „Das Hamerling“ im 8. Wiener Bezirk überzeugte die Jury vor allem durch die Einführung so genannter Partnerschaftssitzungen, im Rahmen derer Probleme gemeinsam gelöst werden konnten.

Hamerling

Bild 3: Bild Bauprojekt „Das Hamerling“
Im Rahmen des KOOP-Siegerprojekts „Das Hamerling“ entstanden aus dem ehemaligen Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen auf einer Grundfläche von 5.000 m2 eine Wohnanlage mit luxuriösen Apartments und einer Seniorenresidenz.

Siegerbild HBf Wien

Bild 4: Siegerteam „Hauptbahnhof Wien“
Bildunterschrift: Großes Projekt, großes Team: Der KOOP AWARD wird an ein Projektteam aus Vertretern von Auftraggeber, Auftragnehmer, Planer und örtlicher Bauaufsicht vergeben. Bei einem Megaprojekt wie dem Hauptbahnhof Wien wird es da selbst auf der Bühne des Austria Center eng.

HBf Wien

Bild 5: Bauprojekt „Hauptbahnhof Wien“
Die „kooperative Projektabwicklung“ trug auch einen Teil dazu bei, dass die engen Zeitvorgaben bei der Errichtung des Hauptbahnhofs Wien eingehalten werden konnten. Das war auch der Jury einen KOOP wert.

Film: Hamerling

Film: Hauptbahnhof Wien