KOOPAWARD - PRESSETEXT


20/04/2018



Titel

KOOPAWARD – Die Baubranche fördert besonders kooperative Projekte

Untertitel

Anlässlich des BAUKONGRESSES am 19./20. April 2018 wurde im Vienna International Center heuer zum zweiten Mal der KOOP AWARD für kooperative Projektabwicklung an zwei Teams aus den Bereichen „Hochbau“ und „Infrastruktur“ vergeben. Der von der Österreichischen Bautechnikvereinigung (öbv) ausgelobte Preis soll bei der durch Konflikte gefährdeten Zusammenarbeit im Bausektor ein Umdenken anstoßen.

Text

Wesentliches in Kürze:

  • Die Bauvorhaben „Umbau Knoten Prater“ und „WHA In der Wiesen Süd“ gewinnen die beiden KOOP AWARDs Österreichs.
  • Der KOOP AWARD wird anlässlich des BAUKONGRESSES 2018 in den Kategorien „Infrastruktur“ und „Hochbau“ an Teams aus Auftraggeber, Auftragnehmer, Planer und örtlicher Bauaufsicht für die am kooperativsten abgewickelten Bauprojekte Österreichs vergeben.
  • Ziel der Österreichischen Bautechnik Vereinigung (öbv) ist es, kooperative Projektabwicklung auf österreichischen Baustellen zu fördern und zu standardisieren.

Mehr Mit- und weniger Gegeneinander, mehr direkte Kommunikation, weniger Anwaltspost: So lässt sich die Intention des KOOP AWARD und des öbv-Merkblatts, das die Basis für seine Verleihung ist, auf den Punkt bringen. Denn egal ob ein Großprojekt ausgeschrieben ist oder private Bauvorhaben umgesetzt werden, am Bau wird viel gestritten. Das liegt an der hohen Komplexität, den vielen Beteiligten und den immer höheren technischen Anforderungen an moderne Bauwerke. Aber auch am Kostendruck und der großen Konkurrenz im Bausektor.

Zeichen für mehr Miteinander

In ihrem Zusammenspiel haben diese Faktoren dazu geführt, dass vor allem Großprojekte kaum noch ohne Rechtsstreitigkeiten unter den beteiligten Firmen, Planern und Bauherren auskommen. „Mit dem KOOP AWARD wollen wir nun ein Zeichen setzen, wie es mit mehr Kooperation sowohl besser als auch ökonomischer geht“, erklärte der Geschäftsführer der Österreichischen Bautechnik Vereinigung (öbv) Michael Pauser anlässlich der Verleihung an die beiden Siegerprojekte „Umbau Knoten Prater“ und „WHA In der Wiesen Süd“ beim diesjährigen BAUKONGRESS vor rund 2.000 Gästen.

Merkblatt für jede Baustelle

Deshalb hat Österreichs wichtigster, unabhängiger Vereinigung für bauspezifisches Praxiswissen ein Merkblatt entwickelt, das wesentliche Kriterien und Anleitungen für gute und kooperative Zusammenarbeit bei großen Bauvorhaben zusammenfasst. Dieses bereits im vergangenen Mai erschienene Werk, das man auch von der Webseite www.bautechnik.pro herunterladen kann, bildete nun die Grundlage für die Entscheidung der Jury. Neben einigen Best Practices zeigten vor allem zwei Projekte, wie die theoretischen Vorgaben in der Praxis mit Leben gefüllt werden können.

Die Siegerprojekte

Im Rahmen des Projekts „WHA In der Wiesen Süd“ wurde aus den knappen budgetären Rahmenbedingungen lt. Vorgabe der Wohnbauförderung ein optimaler Konsens aus architektonischer Qualität, Ausgestaltung und Angebot an Freiräumen und Gemeinschafts- und Erholungsflächen gefunden. Ungewöhnlich war der erstmals angewandte Prozess mit Einbindung von Anrainern, Stadtplanung und Fachleuten in mehreren Stufen moderierter Workshops die Projektentwicklung vorzubereiten. „Sowohl für die Planung als auch die Ausführungsphase wurden in die Zeitpläne Pufferzeiten eingeplant. Es wurden jeweils die beste Lösung für das Gesamtprojekt gesucht und nicht "Einzelinteressen" in den Vordergrund gestellt,“ erläuterten die Architektin Elsa Prochazka und David Janda (PORR).

Film: WHA Wiesen

Herausforderung Umbau Knoten Prater

Der Knoten Prater stellt einen der wichtigsten Knoten Österreichs im hochrangigen Straßennetz dar. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung, mit 200.000 Fahrzeugen pro Tag, müssen während der Bauphase die gesamte Anzahl an Fahrspuren aufrechterhalten werden. Mit dem KOOP AWARD in der Kategorie „Infrastruktur“ honorierte die Jury nun, dass es dabei im Projektteam aus Auftraggeber, ausführenden Firmen, Planern und Bauaufsicht sehr gemeinschaftlich zuging und daraus auch ein volkswirtschaftlicher Nutzen erzielt wurde. Die Detailplanung war bereits zur Ausschreibung fertig, die Vorbereitungszeit zwischen Vergabe und operativen Baubeginn wurde mit 4,5 Monaten gezielt gesetzt um einen geordneten Bauablauf zwischen Bauherrn, Planer und Unternehmer abstimmen zu können. „Es gab innovative Vorschläge durch AN, die eine Verkürzung der Gesamtbauzeit von einem Jahr bewirkte und auch für den AN mit Bonusregelungen abgegolten wurden,“ unterstrichen Brigitte Müllneritsch als Vertreterin der ASFINAG mit Peter Jungbauer von der HABAU.

Film: Knoten Prater

Best Practice Beispiele

Sannabrücke

Linz Gleisdreieck

Smart Campus

Der Auslober

Die Österreichische Bautechnik Vereinigung (öbv) zählt die maßgebende Bauherrenschaft, die gesamte Bauindustrie, Ingenieurbüros, Universitäten und Fachhochschulen sowie namhafte Produkthersteller zu ihren 200 Mitgliedsfirmen. Die Primäraufgabe der Vereinigung ist das gemeinsame Erarbeiten des Letztstandes der Beton- und Bautechnik durch Vertreter der Mitgliedsfirmen. Dazu werden zu den Fachthemen Arbeitskreise gebildet, die die fachlichen Inhalte für öbv-Richtlinien erstellen. Den so erarbeiteten Wissensstand gibt die öbv in Fortbildungsveranstaltungen, Fachseminaren und Kongressen an die Mitarbeiter der Mitgliedsbetriebe weiter. Die Österreichische Bautechnik Vereinigung (öbv) bezweckt die Förderung aller Bestrebungen auf den Gebieten Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und Information im Betonbau und der Bautechnik.


Kontakt & Rückfragehinweis

Österreichische Bautechnik Vereinigung
Michael Pauser
Geschäftsführung
Tel.: +43 (1) 504 15 95
E-Mail: pauser@bautechnik.pro

Bilder

Fotocredit: Nadine Studeny Photography

Preisverleihung

Bild 1: KOOP-Preisverleihung im Rahmen des BAUKONGRESSES 2018
Bildunterschrift: Während des mit knapp 2.000 Teilnehmern besuchten BAUKONGRESSES 2018 wurde der KOOP an die kooperativsten Projektteams im Hochbau und in der Infrastruktur erstmals vergeben.

Siegerbild Hochbau

Bild 2: Siegerteam „WHA In der Wiesen Süd“
Bildunterschrift: Das Siegerteam des Hochbauprojekts „ WHA In der Wiesen Süd“ im 23. Wiener Bezirk (bwsg, Architektin Prohazka und Porr) überzeugte die Jury vor allem durch die Pufferzeiten, die sowohl bei der Planung als auch bei der Bauausführung eingeplant wurden.

Projektbild

Bild 3: Bild Bauprojekt „WHA In der Wiesen Süd“
Bildunterschrift: Im Rahmen des KOOP-Siegerprojekts „WHA In der Wiesen Süd“ wurde aus den knappen budgetären Rahmenbedingungen lt. Vorgabe der Wohnbauförderung ein optimaler Konsens aus architektonischer Qualität, Ausgestaltung und Angebot an Freiräumen und Gemeinschafts- und Erholungsflächen gefunden.

Siegerbild Infrastruktur

Bild 4: Siegerteam „Umbau Knoten Prater“
Bildunterschrift: Großes Projekt, großes Team: Der KOOP AWARD wird an ein Projektteam aus Vertretern von Auftraggeber, Auftragnehmer, Planer und örtlicher Bauaufsicht (Asfinag, Habau, Porr, Öhlinger, pcd, step, Tecton und Metz) vergeben. Bei einem Megaprojekt wie dem Umbau Knoten Prater wird es da selbst auf der Bühne des Austria Center eng.

Projektbild

Bild 5: Bauprojekt „Umbau Knoten Prater“
Durch eine „kooperative Projektabwicklung“ sind innovative Vorschläge durch AN, die eine Verkürzung der Gesamtbauzeit von einem Jahr bewirkte und auch für den AN mit Bonusregelungen abgegolten wurden, hervorgegangen.